UHRENLEXIKON

by Dührkoop

 

Die Uhrenwelt ist ganz schön kompliziert! Und das ist auch gut so. In unserem Uhrenlexikon geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in das Fachjargon der Haute Horlogerie. Am besten besuchen Sie uns in unserem Geschäft am Rathausplatz in Ingolstadt. Dort können wir Ihnen persönlich die raffinierte Welt der Uhren näherbringen!

A – D

Anker – daher kommt das Ticken der Uhr. Dieses Bauteil, das zusammen mit dem Hemmungsgrad die Energie des Federhauses an die Unruh überträgt, erinnert optisch tatsächlich an einen Schiffsanker. Wenn die Zähne des Hemmungsgrades und jene des Ankers aufeinanderstoßen, entsteht das Geräusch, das jeder kennt.

 

Automatikwerk – Bewegung optimal genutzt. Wenn der Träger sein Handgelenk bewegt, wird die entstehende Energie genutzt, um das mechanische Uhrwerk automatisch aufzuziehen.

 

Büchsenmacher – Räderuhren verbreiteten sich in Mitteleuropa ab dem 14. Jahrhundert. Zu Beginn wurden sie vor allem von Schlossern und Büchsenmachern hergestellt.

 

Chronograph – darunter versteht man jede Uhr mit einer Stoppfunktion. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet das Wort soviel wie „Zeitschreiber“.

 

Chronometer – für alle, die es exakt wissen wollen. Mit diesem Begriff werden Uhren mit besonders hoher Ganggenauigkeit beschrieben. Diese wird extra zertifiziert und darf auch in verschieden hohen Lagen und bei unterschiedlichen Temperaturen nur sehr geringfügig abweichen.

 

COSC – hier wird maximale Ganggenauigkeit bescheinigt. In der Schweizer Prüfstelle ContrôleOfficiel Suisse des Chronomètres werden Uhrwerke als zertifizierte Chronometer ausgezeichnet.

E – H

Ewiger Kalender – Die Funktion Ewiger Kalender ist eine höchst seltene Komplikation und wird nur in limitierten Stückzahlen gefertigt. Der aufwendige Mechanismus schaltet Datum, Wochentag und Monat automatisch weiter und berücksichtigt dabei selbst die verschiedenen Monatslängen und Schaltjahre. Erst im Jahr 2100 ist eine Korrektureinstellung notwendig, da es hier eine Abweichung im Schaltjahreszyklus des Gregorianischen Kalender gibt.

 

Faltschließe – Schließe zum Auffalten. Sie ermöglicht, dass die Armbandhälften einer Uhr nicht ganz geöffnet werden müssen.

 

Federhaus – Im Federhaus wird die Energie der Uhr gespeichert. Durch Aufziehen wird die in einer Trommel aufgewickelte Zugfeder gespannt und speichert Energie, die das Uhrwerk antreibt.

 

Fliegende Sekunde – Die Fliegende Sekunde ist ein Mechanismus im Uhrwerk eines Chronographen, der es möglich macht den Stoppzeiger während einer laufenden Zeitmessung mittels Druckknopf augenblicklich auf Null zu stellen. Durch Loslassen dieses Druckknopfes kann die Messung erneut gestartet werden.

 

Frequenz – Die Schwingungen der Unruh ergeben die Frequenz., die in Hertz gemessen wird. Üblich sind Uhren mit 28.800 oder 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (A/h). Das sind 4 oder 5 Hertz.

 

Gangabweichung – Die Gangabweichung ist besonders bei mechanischen Uhren von Bedeutung, bei Quarzwerken unwesentlich. Sie beschreibt den täglichen Vor- oder Nachlauf. Uhren mit einer sehr geringen Gangabweichung werden als Chronometer bezeichnet und sind eigens zertifiziert.

 

Gangreserve – Als Gangreserve bezeichnet man die restliche Energie in der Zugfeder des Uhrwerks. Bei den meisten Uhren liegt nach Vollaufzug eine Gangreserve von 48 Stunden vor. Viel seltener sind Uhren mit achttägiger Gangreserve. Die höchste, je erreichte Gangreserve einer Armbanduhr von 31 Tagen konnte das Modell „Lange 31“ von A. Lange & Söhne erreichen.

 

Gangreserveanzeige – Die Gangreserveanzeige zeigt die verbleibende Gangdauer des Uhrwerks an. Üblicherweise ist die Komplikation als retrograde Anzeige vorhanden.

 

Handaufzugswerk – Mittels der Krone wird das mechanische Uhrwerk von Hand aufgezogen.

 

Hemmung – Die Hemmung sorgt dafür, dass die Energie des Federhauses nicht schlagartig abgegeben wird. Sie besteht aus Ankerrad (Hemmungsrad) und Anker. Durch den Anker wird die Unruh in Schwingung versetzt.

 

Hemmungsrad – Wird auch als Ankerrad bezeichnet. Das Hemmungsrad ist der am schnellsten bewegte Teil eines Uhrwerks und Teil des Schwingssystems. Die gekrümmten Zähne des Hemmungsrads greifen in die Arme des Ankers.

I – M

Index – Die Indices dienen der Zeiteinteilung auf dem Zifferblatt. Sie können in verschieden Varianten, Farben und Formen vorkommen. Sie unterscheiden sich von den numerischen Anzeigen mit Ziffern.

 

Jahreskalender – Diese Komplikation macht es möglich, dass die Datumsanzeige der Uhr nur einmal im Jahr (Ende Februar) manuell korrigiert werden muss. Uhren mit Vollkalender müssen dagegen jeden Monat neu eingestellt werden. Uhren mit Ewigen Kalender müssen faktisch nie korrigiert werden.

 

Kaliber – Ursprünglich bezeichnete der Kaliber die Größe des Werksdurchmessers. Heutzutage wird der Begriff synonym mit dem Begriff Werk oder Uhrwerk verwendet.

 

Kleine Sekunde – Die Komplikation Kleine Sekunde ist der Bauweise von mechanischen Uhrwerken geschuldet und befindet sich je nach Konstruktion der Armbanduhr bei 6 oder 9 Uhr. Damit ist die Anzeige der Kleinen Sekunde im Unterschied zur Zentralsekunde dezentral am Zifferblatt angeordnet.

 

Komplikation – Eine Komplikation ist eine zusätzliche Funktion der Armbanduhr. Sie geht über die üblichen Anforderungen von Stunden-, Minuten- und Sekundenanzeige hinaus. Die Stoppfunktion ist beispielsweise eine beliebte zusätzliche Komplikation.

 

Krone – Mit der Aufzugskrone werden die Zeiger und die Datumsanzeige gestellt. Sie ist das zentrale Bedienelement der Armbanduhr. Bei mechanischen Uhren mit Handaufzug verwendet man die Krone auch zum Aufziehen.

 

Lumineszenz – Leuchten eines Stoffes. Zur besseren Ablesbarkeit der Uhrzeit bei Nacht werden bei vielen Uhren Zeiger verwendet, die mit einer speziellen Leuchtmasse überzogen sind.

 

Lünette – Als Lünette bezeichnet man die oberste Gehäusepartie, die das Uhrglas festhält. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel kann sie eine zweite Zeitzone anzeigen.

 

Minutenrepetition/Schlagwerk – Heute ist diese Komplikation extrem selten, aber besonders bei Sammlern beliebt. Ausgelöst mit Hilfe eines Schieber oder in seltenen Fällen mittels Schieber, bringt ein Hammermechanismus die im Gehäuse eingelassenen Tonfedern zum Klingen. So können Stunden, Minuten oder auch das Datum akustisch angezeigt werden.

 

Mondphasenanzeige – Diese Komplikation wird auch als Mondphase oder Lunation bezeichnet. Sie zeigt die von der Erde aus beobachtbaren Veränderungen der Mondphasen in einer extra dafür vorgesehenen Anzeige an. In dem Zifferblattausschnitt wandert dann die Mondscheibe über den Nachthimmel.

N – S

NIHS 92-10 – Nach der internationalen Norm ISO-2281 beschreibt sie die Wasserdichtigkeit von Uhren.

 

Osterdatum – Hierbei handelt es sich um eine Komplikation, die das Osterdatum anzeigt.

 

Platine – Die Platine ist die zentrale Platte des Uhrwerks aus Messing oder Neusilber, auf welche die Uhrenbauteile befestigt werden. Die Oberseite ist in Richtung Gehäuseboden gerichtet, die Unterseite zum Zifferblatt.

 

Quarzuhr – Taktgeber ist ein Oszillator, der mithilfe eines Schwingquarzes seine Frequenz besonders genau hält. Quarzuhren sind elektromechanisch oder vollelektrisch.

 

Räderwerk – Dazu gehören alle Räder und Triebe, welche die Engerie vom Federhaus auf das Hemmungsrad übertragen.

 

Retrograde Anzeige – Bei dieser Art der Anzeige sind die Indikatoren am Zifferblatt nicht kreisförmig angeordnet. Deshalb muss der Zeiger ab einem bestimmten Punkt auf Null zurückspringen. Mit dieser Komplikation können Stunden, Minuten oder das Datum angezeigt werden.

 

Rotor/Schwungmasse – Mechanische Uhren mit Automatikaufzug besitzen einen relativ schweren Rotor, der durch die Bewegungen des Handgelenks in Schwung gebracht wird und somit die Zugfeder des Uhrwerks aufzieht. In vielen Fällen sind Rotoren skelettiert und kunstvoll verziert. Wenn die Schwungasse sehr klein in das Werk eingelassen ist, dann spricht man auch von Minirotoren.

 

Service – Vor allem mechanische Uhren sollten regelmäßig gewartet werden, in der Regel alle fünf Jahre. Zum Service gehören Revision, Reinigung, Austausch verschlissener Teile und frisches Öl.

 

Steine/Jewels – Zum Schutz gegen Reibung und Abnutzung werden die beweglichen Teile des Uhrwerks auf synthetischen Rubinen gelagert. Zwar ist die Verwendung der teuren Elemente ein Kostenfaktor, aber sie gilt als Qualitätszeichen und wird oft auf den Uhrwerken vermerkt. In mechanischen Uhren werden je nach Komplikation 15 bis 50 solcher Lagersteine verwendet.

T – Z

Tourbillon – Das Tourbillon gilt als Höhepunkt der Haut Horlogerie und wurde von dem genialen Uhrmacher Abraham-Louis Breguet patentiert. Durch diesen Mechanismus werden Gangungenauigkeiten durch den Einfluss der Schwerkraft ausgeglichen.

 

Unruh – Die Unruh ist ein zentrales Bauteil von mechanischen Uhren. Üblicherweise handelt sich dabei um einen geschlossenen Reif, der mit einer Spiralfeder verankert ist. Das schwingungsfähige System sorgt für einen konstanten Gang der Uhr. In Schwingung versetzt wird die Unruh durch die Hemmung.

 

Vollkalender – Uhren mit Vollkalender zeigen das Datum, den Wochentag und den Monat. Im Unterschied zum Jahreskalender oder Ewigen Kalender müssen die verschiedenen Monatslängen hier manuell angepasst werden. Oft ist ein Vollkalender auch mit einer Mondphasenanzeige verbunden.

 

Werkhaltering – Der Werkhaltering umfasst das Uhrwerk und fixiert dieses am Gehäuse.

 

Zähler – Separates Hilfszifferblatt bei einem Chronographen, auf dem die vergangene Zeit in Minuten angezeigt wird. Es gibt auch Sekundenzähler oder solche für Sekundenbruchteile.

 

Zentralsekunde – Uhren mit Zentralsekunde zeigen die Sekundenschritte über einen mittig am Zifferblatt angebrachten Zeiger an. Heutige Uhrwerke sind zumeist für eine Zentralsekunde konstruiert, während bei älteren Bauweisen die Kraft per indirekten Zentralsekunde umgeleitet werden muss.

 

Zweite Zeitzone/GMT/UTC – Neben der lokalen Uhrzeit kann auch eine zweite Zeitzone auf der Uhr abgelesen werden. Entweder wird diese dezentral über ein zweites Hilfszifferblatt angezeigt, oder mithilfe eines drehbaren Rings auf dem Zifferblatt bzw. einer Lünette mit einer entsprechenden Skala.

Uhrenlexikon von Juwelier Dührkoop